Die europäische Normenreihe DIN EN 1998 regelt die Auslegung von Bauwerken gegen Erdbeben. Sie besteht zurzeit aus 6 Teilen. DIN EN 1998-1 regelt die Grundlagen und Erdbebeneinwirkungen und enthält außerdem Regeln für die Auslegung von Hochbauten gegen Erdbeben. Teil 2 der Normenreihe gilt für Brücken. In Teil 3 sind Maßnahmen zur Ertüchtigung von Bestandsbauten gegen Erdbebeneinwirkungen geregelt. Teil 4 regelt die erdbebensichere Bemessung und Konstruktion von Silos, Tankbauwerken und Rohrleitungen. Teil 5 der Normenreihe gilt für Gründungen und Stützbauwerke. Teil 6 regelt die Auslegung von Türmen, Masten und Schornsteinen gegen Erdbeben. Mit Stand vom März 2026 liegen mit Ausnahme zu DIN EN 1998-3 (Bestandsbauwerke) zu den anderen Teilen der DIN EN 1998 die Nationalen Anhänge vor. Damit kann die Normenreihe auch in Deutschland angewendet werden. Mit einer bauaufsichtlichen Zulassung wird in Kürze gerechnet. Damit löst die DIN EN 1998 die bisher noch für das Genehmigungsverfahren anzuwendende DIN 4149 „Bauten in deutschen Erdbebengebieten“ aus dem Jahr 2005 ab. Das Seminar gibt einen Überblick über die DIN EN 1998 (1. Normengeneration) einschließlich der zugehörigen Nationalen Anhänge, wobei der Schwerpunkt auf die Grundlagen und die Auslegung von Hochbauten gegen Erdbeben nach DIN EN 1998-1 (2010-12) in Verbindung mit DIN EN 1998-1/NA (2023-11) gelegt wird. Außerdem wird kurz auf die Normentwürfe zu DIN EN 1998 (2. Normengeneration) eingegangen, die für einige Teile der Normenreihe vorliegen. Zielgruppe: Das Seminar richtet sich an Architektinnen, Planerinnen, Ingenieure*innen, öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige (Ö.b.u.v.S.) sowie an interessierte Studierende der Studiengänge Bauingenieurwesen und Architektur.
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